Die Band

Tender Years 2015
Ein Klick auf die Charakterköpfe...und die Geheimnisse lüften sich

 

Die Band im Wandel der Zeit

(eine nicht ganz ernst gemeinte Bandhistorie)

 

Wie alle Erfolgsgeschichten in der Musik begann auch der rasante Aufstieg von Tender Years zum Rockolymp durch einen Zufall. Im Jahr 1989 hatten Holla und Holger Reinecke die Schn... gestrichen voll von der Musik des zu Ende gehenden Jahrzehnts. Was lag da nicht näher, als der Musikindustrie mal so richtig zu zeigen, wie man gute Musik macht. Da traf es sich ganz gut, dass Beide Holger über musikalische Wurzeln aus Kindertagen verfügten. Holger Reinecke war Virtuose am Akkordeon und an der Kirchenorgel, Holla konnte sich damit rühmen, jahrelang Mutti's Waschmittelkartons mit Kochlöffeln kaputt geschlagen zu haben, weil er für ein echtes Schlagzeug weder Kohle noch tolerante Nachbarn hatte. Nun aber war auch er schon lange im Besitz eines echtes Schlagzeugs. Die beiden Vollblutmusiker machten sich auf, die Musikwelt auf den Kopf zu stellen... und blieben nach längerer Suche im Frühjahr 1990  vorerst am Harzrand auf dem Heber kleben. Dort nämlich bekamen sie einen echten Proberaum...und tolerante Huftiere als Nachbarn, die sich Niemals beschwerten. Schnell waren auch weitere Musiker gefunden, wobei ein kleines Problem auftauchte. Mit Holger, Bernd und Toto hatte man nun gleich drei Keyboarder in der Band. Da passte es sich gut, dass der große Holger auf die Gitarre wechselte und Toto einfach den Bass auf seinem Keyboard spielte. Mit Keyboarder Bernd und Waschmittel-Holla ging es ans Proben. Und wie immer bei solchen epochalen Erfolgsstories begann alles Weitere erst einmal mit Problemen. Wer soll denn eigentlich Singen? Betretenes Schweigen und schnelles Abwenden. Nach etlichen Diskussionen musste Holla herhalten, weil er sich nicht schnell genug  hinter seiner Schießbude fallen ließ. Problem Nummer Eins also gelöst. Kommen wir zu Nummer Zwei. Jede Band braucht einen zugkräftigen Namen. Es hätte noch mindestens drei Jahre endloser Debatten gegeben, wenn Holla nicht irgendwann mit seinen Trommelstöcken geworfen und getroffen hätte. Dadurch wurde die Diskussion abrupt gestoppt und Hollas Vorschlag wurde zähneknirschend akzeptiert.

"Nein, wir nennen uns nicht HBTH (Anmerkung des Erfinders dieser Worte: Die Anfangsbuchstaben der Namen aller Bandmitglieder), sondern Tender Years."

" Warum denn?"

"Das ist der einzige Song, wir überhaupt spielen können und wenn wir uns nicht bald einigen, wird es der Einzige bleiben." So bekam der spätere Weltruhm einen Namen, benannt nach einem Song von John Cafferty. Das restliche Jahr 1990 war erfüllt von hartnäckigen Proben...und schrägen Tönen.

Das Holla mit seiner Rolle als "bester Leadsänger, den wir haben" nicht so richtig glücklich war, zeigte er des öfteren. Trotzdem machten sich die Helden der Rock'n Roll-Geschichte im Januar 1991 auf, um ihren ersten richtigen Auftritt zu absolvieren. Mit einer Schläue, die man ihnen Damals nicht zutraute, erkannten sie, wir müssen weit, weit, Wech, dorthin, wo uns Niemand erkennt. Und das taten sie dann auch. Vom Auftritt im ehemaligen Stasi-Hotel in Schierke gibt es leider keine Aufzeichnungen, ein Umstand, der vielleicht bei längerm Nachdenken doch nicht so schlecht ist. Wir schmissen kurzerhand eine tschechische Top-40-Band von der Bühne und verbannten sie in einen Nebenraum der Gaststätte Fuchsbau. Dieses brachte uns zunächst einige böse, später einige mitleidige Blicke der Tschechen ein. Als Gage durfte die Band im Hotel übernachten und einige Freunde zum Auftritt einladen. Von der zweiten Gage hätte der Hotelier wohl eher absehen sollen, denn die Freundin vom großen Holger erschien mit einigen Freunden aus der Punker-Szene. Als einer der Punker dann noch seine Hausrattte über die Theke laufen ließ, war dieses das Highlight des Abends. Von der Musik sprach Keiner mehr...außer den Tschechen.

Nach diesem ersten grandiosen Erfolg auf der Bühne verbarrikadierte sich die Band zunächst wieder auf dem Heber, um weiter zu Proben. Aber schon im Frühjahr spielten wir auf dem Frühlingsfest in Seesen. Hunderte Passanten gingen an uns vorbei und nahmen sogar Notiz von der Musik. Drei dieser Passanten blieben stehen und klatschten Beifall. Nachdem Toto die Drei, so wie zuvor ausgemacht, bezahlt hatte, verschwanden sie in der Menge. Aber zumindest waren wir jetzt in unserer Heimat etabliert und bekannt. Da traf es sich gut, dass man im Sommer einen grandiosen Coup landen konnte. Toto traf auf einer Party ein Mädchen (ja, der kann sogar Mädchen kennenlernen) und schleppte es in unseren Proberaum. Auf den ersten Bandfotos schaute Netti noch etwas gequält in die Linse, dass änderte sich aber im Laufe der Zeit, denn die Band wurde von Jahr zu Jahr besser. Wir grinsten von Anfang an, denn Netti konnte tatsächlich richtig Singen. Zahlreiche Musiker verließen uns, einer kehrte auch mal zurück (der große Holger) um dann Herausgeschmissen zu werden (das wird er stets dementieren).

Mitte der Neunziger bestand die Band aus Netti, Holla, Toto, David Kugel (Bass), Chris Tschobanow (Lead-Git.) und Ronald Babel (Rhyth. Git). Irgendwann verschwand Ronald samt Familie in Kanada und David Kugel bei einer Blues Band im Raum Einbeck. Dafür kamen Andreas Killer an der Gitarre und Klein-Sascha mit seinem Riesen-Bass. Dieses Line-Up ging fast 10 Jahre gut, bis Chris Tschobanow einen Leitspruch der Rock'n Roll Geschichte zu Ernst nahm: Die Besten sterben Jung. Der Verlust unseres Lead-Gitarristen, unseres musikalischen Chefchens, traf uns tief, aber ein Ende der Band wurde zu keiner Zeit in Erwägung gezogen. Das hätte Chris auf seiner Wolke und mit der Harfe in der Hand niemals akzeptiert. Wahrscheinlich hätte er mit einem fiesen "llujah sog i" die Harfe nach uns geworfen. So hört er uns nun schon seit 2006 von dort Oben zu...und er hört, dass es gut ist. Ersetzt wurde Chris durch unseren Mammfred, der seine Sache mit äußerster Professionalität und größter Vergesslichkeit absolviert. Und für Andreas Killer zupft seit 2007 der Klaus den Darm. Klaus ist der Erfinder des Rock'n Rolls, der Gitarre und des Makramee-Knüpfens, ehrlich.

Im August 2014 verließ Sascha nach 18 schönen Jahren aus persönlichen Gründen die Band. Wir wünschen ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg. Im Oktober 2014 haben wir mit Bert einen neuen, erfahrenen, Mann für die tiefen Töne finden können.

Genau ein Jahr später - im August 2015 - teilte uns Mammpfred mit, dass er nach acht schönen Jahren bei uns und mehreren Jahrzehnten, in denen er in dieser Region die Gitarre gezupft hat, nun endgültig seine musikalische Rente antreten werde. So traurig uns auch sein Entschluß gemacht macht hat, verlieren wir doch nicht nur einen guten Gitarristen, sondern auch eine tolle Persönlichkeit, so sehr gönnen wir ihm nun seine wohlverdiente freie Zeit.  Nach kurzer Suche konnte mit Thomas ein neuer Gitarrist gefunden werden, der nun mit seinem Können unsere Band erweitern wird.

Und so geht Tender Years nun bereits ins 26. Jahr und eines kann man ihnen nicht vorwerfen, nämlich Leise geworden zu sein. Älter, Grauer, Besser, Weiser, das ganz bestimmt. Aber immer noch sind wir das, was wir 1990 schon waren...

echte Rock'n Roller!

 

P.S. Chris wird sich freuen

 

gez.

Waschmittel-Holla